Interview: Warum ein gutes Ohr beim Tischtennis wichtig ist
Wir haben mit Arda über seine Hörminderung gesprochen, warum Tischtennisspieler beim Aufschlag stampfen und wie Signia Hörgeräte ihn in seiner Karriere und in seiner Freizeit unterstützen.
Signia: Wann und wie wurde bei dir die Hörminderung offiziell festgestellt?
Arda: Mit drei Jahren wurde die Hörminderung bei mir durch ärztliche Hörtests offiziell entdeckt. Ich habe eine beidseitige, mittelgradige Innenohrschwerhörigkeit. Das heißt, ich höre zwar was, aber eben sehr wenig. Ohne Hörgeräte wäre es für mich schwierig, meinen Trainer, meinen Lehrer zu verstehen.
Am Anfang, gerade in der Schule, war es für dich nicht immer leicht. Mittlerweile sprichst du offen darüber, dass du Hörgeräte trägst. Wie kamst du dahin, wo du jetzt bist?
Alle dachten, dass ich sehr schwerbehindert bin. Aber dabei ist es ja eigentlich wie beim Brille tragen. Wenn man von Weitem oder von Nahem nicht so gut sehen kann, das ist ja eigentlich auch ein Teil einer Behinderung – nur wir empfinden das als normal.
Wenn mir jemand Fragen stellt, neugierig und positiv auf mich zugeht, erkläre ich viel. Dann verstehen die meisten Menschen sofort, was los ist.
Was rätst du Normalhörenden, wie sollen die mit dir umgehen?
Ich glaube tatsächlich, dass es ein Vorteil ist für einen Normalhörenden, mit schwerhörigen Menschen Zeit zu verbringen.
Vorsichtig sein muss man natürlich nicht – das ist ja ein Mensch wie jeder andere. Man muss nur wissen, welche Probleme das Gegenüber hat. Nehmen wir also an, die andere Person kann nicht so gut hören. Darüber muss man Bescheid wissen, damit man unterstützen kann; ab und an mal ein Wort wiederholen, lauter oder langsamer sprechen.
Welchen Rat gibst du anderen Hörgeminderten, die sich noch nicht so viel zutrauen?
Nur, weil die Person eine Hörminderung hat, heißt es ja nicht, dass sie nichts kann. Es gibt Menschen mit Behinderung, die große Erfolge haben. Deshalb: Gib nicht auf. Das Leben ist nicht einfach – aber hart arbeiten ist am wichtigsten. Und: Sei selbstbewusst. Trage deine Hörgeräte ohne Scham. Es ist nichts Schlimmes.
Welche Hörgeräte trägst du und warum?
Ich trage aktuell Insio IX und Active IX Pro Hörgeräte von Signia. Insio IX trage ich in der Freizeit, weil ich alles damit verstehen kann. Ich finde sie sehr gut, von der Qualität des Klangs her, und sie sind auch nicht sichtbar. Vor allem beim Sport spielen Insio eine sehr große Rolle, weil sie sehr stabil im Ohr sitzen, wirklich nicht stören – auch wenn ich schwitze, sind sie top.
Active Pro Hörgeräte benutze ich hauptsächlich zum Musikhören, meistens, wenn ich unterwegs bin oder im Fitnessstudio.
Sind die Hörgeräte bei dir schon mal an die Grenzen gestoßen?
Bei Insio IX und Active habe ich aktuell noch keine Probleme gehabt. Das läuft sehr gut.
Was ist dein Lieblingsgeräusch?
Der Tischtennisball auf der Platte.
Wir waren total überrascht, welche Details man beim Tischtennis hören muss. Erklär doch mal!
Hören spielt im Tischtennis eine sehr große Rolle. Durch die Hörgeräte höre ich Schlaggeschwindigkeit, Schnitt, Spin vom Gegner. Dadurch weiß ich, wie ich den Ball zurückspielen soll. Insbesondere beim Aufschlag ist es entscheidend. Viele Spieler machen unterschiedliche Aufschläge...
… und du kannst hören, welchen Schnitt der Gegner spielt?
Ja, deshalb benutzte ich Insio IX Hörgeräte, weil es wichtig ist, zu hören, welchen Schnitt der Gegner spielt – einen Unterschnitt? Seitschnitt? Dann weiß ich, wie ich reagieren muss.
Viele Spieler stampfen beim Aufschlag auf den Boden auf – hat das was damit zu tun?
Ja, genau. Das tun wir, damit der Gegner den Schnitt nicht hört. Damit er nicht weiß, wie er anfangen soll. Einige holen aus dem Bein auch noch zusätzlich Kraft.
Stellst du die Hörgeräte im Sport anders ein als in der Freizeit?
Wenn ich Tischtennis spiele, reduziere ich die Nebengeräusche, weil ich mich dann besser auf das Spiel fokussieren kann.
Was sind deine Ziele für die Zukunft?
Im November stehen die Deaflympics in Tokio an. Darauf bereite ich mich gut vor. Irgendwann mal will ich da unter die ersten Drei kommen.
Aber ich will auch bei den Hörenden durchstarten, daran arbeite ich sehr hart. Hier will ich so hoch wie möglich hinaus. Natürlich wäre mein Traum, in der ersten Bundesliga zu spielen.